Vom Zuhören und gehört werden

Ich erinnere mich daran wie es war, wie es mich danach dürstete gehört zu werden… wie ich, überzeugt bis in meine tiefsten Wurzeln, glaubte zu wissen was das Richtige ist und es jedem mitteilen wollte. Ganz gleich ob er es hören wollte oder nicht…Sie müssen es doch hören wollen, wie könnten sie nicht daran interessiert sein. Hör mir doch zu verdammt was ICH zu sagen habe!!!

Zuhören, eine Kunst die in uns allen wohnt! Wir haben es nur verlernt. Verlernt uns selbst zuzuhören…

Ich liebe es den Menschen zuzuhören, zu lauschen was sie bewegt… jemandem seine Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist wie ein Geschenk jemanden zuzuhören der von einer Sache völlig begeistert ist…für etwas Feuer und Flamme. Mein Gegenüber teilt sich mir mit, offenbart etwas wundervolles aus seiner Mitte und bietet es mir dar.
Viele Menschen haben, und auch ich hatte mal, ein hohes Mitteilungsbedürfnis. Sie möchten gern, dass man ihnen zuhört sind aber selbst nicht in der Lage anderen zuzuhören. Miteinander reden wird dann echt eine Herausforderung bis kaum möglich. Da ja beide nur erzählen wollen und nicht die Geduld aufbringen anderen zuzuhören.
Wenn ich heute zuhöre dann mit meiner vollen Aufmerksamkeit. Die Aufmerksamkeit die ich mir wünsche wenn ich etwas erzähle. Ich unterbreche nicht, kommentiere nicht…höre zu! Die meisten Menschen bringt es erst einmal aus dem Konzept, wenn ich dastehe sie anschaue und nichts sage zu dem was sie erzählen. Wo wird einem denn heute noch zugehört? Wo kann man etwas erzählen ohne unterbrochen zu werden oder von allen Seiten kommentiert?

Aus Sorge die Geschichte nicht zu ende erzählen zu können fallen Menschen gelegentlich in einer Art Erzählflut… (auch bekannt als “ der redet ja ohne Punkt und Komma“ selbst schon gehabt ;)…) In diesem Erzählen mag man zwar nicht unterbrochen werden aber wenn einem sein gegenüber keine Reaktionen präsentiert irritiert es.  Wenn man sich selbst mal beobachtet wie oft man wenn jemand etwas erzählt z.B. nickt…oder kleinere aha oh hm…ja Kommentare einwirft. Ja warum eigentlich? Nicke ich weil ich JA meine oder um denjenigen zu bestätigen ( ala Haste gut gemacht) oder einfach so um die Pause zu überbrücken?
*Oh Schreck nein…Stille* denk *ich muss was sagen oder wenigstens bestätigend Nicken…oder hm hm… machen.*
Meine Mutter fragte mal als ich ihr zuhörte und wirklich nichts kommentierte was los sei. Ich antwortete. „Ich höre dir zu!“ darauf sie erstaunt…“ach so“ sie war einen Moment lang irritiert und sprach dann weiter. Früher fand ich Gespräche und Telefonate mit meiner Mutter echt anstrengend…heute freue ich mich wenn sie mir erzählt was sie so macht. Es ist auf beiden Seiten entspannter. ich kann gut zuhören und sie ist froh das ich ihr zuhöre. Dabei kommt es oft vor das sie fragt: „Hallo, bist du noch dran?“ Ich:“ Ja klar, ich höre dir gespannt zu und wollte die nicht unterbrechen Mama!“

Egal wie, jeder braucht jemanden der ihm zuhört. Und damit meine ich nicht, dass ich mir Stundenlang etwas anhören muss was mich nicht interessiert. Es ist ehrlicher jemanden zu sagen das mich das Thema nicht interessiert als desinteressiert so zu tun als wenn ich zuhöre um den anderen nicht zu kränken… Ich erlebe vielmehr, dass Menschen sehr dankbar sind wenn ich ihnen sage das „das“ nicht mein Thema ist. So kann sich durch einen Themenwechsel ein ehrliches aufmerksames Zuhören oder ein Gespräch entstehen.
Hach und zur Zeit ist es so als gäbe es in jedem Menschen…jedem Gesprächspartner ein äußerst interessantes Thema und oft nicht nur eines was sich offenbart. Was für klasse Geschichten, Situationen, Gespräche und Begegnungen…weiter so 😉

Zuhören…anderen seine Aufmerksamkeit schenken. Ebenso beschenkt zu werden von Anderen die einem zuhören…und natürlich sich selbst zuhören…seiner inneren Stimme Raum und Zeit zu geben.

 

 

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